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Run at the fire brigade

Funktional und geradlinig erinnert die Architektur der Feuerwache Lünen an die klare Formensprache der Bauhaus-Ära.

Nach sieben Jahren Planung und 18 Monaten Bauzeit bezog die Feuerwehr Lünen im Frühjahr 2012 ihr neues Domizil. In den Gebäuden auf dem 14.200 Quadratmeter großen Areal finden neben der Feuer- und Rettungswache nun auch die Jugendfeuerwehr und der ehrenamtliche „Löschzug I“ Platz. Die schlichte, geradlinige Architektur verkörpert ein unprätentiöses Selbstverständnis: Wichtig war die Funktionalität der Anlage – wofür beispielhaft die Tore genannt werden können: Die robusten Sectionaltore (Teckentrup SL) sorgen mit hohem Glasanteil für viel Tageslicht in den Hallen und im Einsatzfall arbeiten die elektrischen Antriebe schnell und zuverlässig. Wenn es um Menschenleben geht, zählt jede Sekunde, dann muss die Technik zuverlässig funktionieren. Dass dieses auch attraktiv aussehen kann, zeigt die Feuerwehr Lünen mit ihrem neuen Quartier. Dafür investierte die Stadt 13 Millionen Euro – die größte städtische Einzelinvestition der letzten 30 Jahre – und schuf zugleich eine Feuerwache, die alle aktuellen Standards erfüllt.

Alles unter einem Dach

Blick auf Fahrzeughalle und Verwaltungstrakt…
… und auf die Containerhalle.

Die Einsatzzentrale, das Herzstück einer jeden Feuerwache, ist mit moderner Technik ausgestattet. Hier werden die Einsätze koordiniert, Einheiten alarmiert und das Ein- und Ausrücken kontrolliert. Die Verantwortlichen steuern von hier nicht nur die Menschen, sondern auch viele Anlagen: Über Monitore und Touch-Screen-Displays gehen Befehle an Tore, Schranken und vieles mehr. Hier laufen auch alle Daten der Über­wachungskameras zusammen, die einen permanenten Blick über das rund 14.200 Quadratmeter große Gelände liefern. Neben der hauptamtlichen Wache – u. a. mit Werkhalle, Wasch­halle, Desinfektionsraum, Atemschutz-Übungsraum und weite­ren Service-Räumen – beherbergt das neue Gebäude die Jugendfeuerwehr und den ehrenamtlichen „Löschzug I“. Um die Gebäudeteile optisch zu unterscheiden, ohne die harmonische Architektur aus einem Guss zu unterbrechen, erhielten die Türen jeder Zone einen eigenen Farbton. So genügt ein Blick, um Werkstatt, Jugendfeuerwehr, haupt- und ehrenamtliche Wache zu erkennen.

 

Verlässlich und robust

Feuerwehrfahrzeuge benötigen viel Platz und müssen schnell ausrücken können. Daher müssen viele Durchfahrten mindestens 4,50 Meter hoch und 3,60 breit sein.
Verglasungen fast über die gesamte Fläche der 3,85 mal 4,50 Meter großen Tore sorgen in den Fahrzeughallen für viel Tageslicht. Der Farbton grau-aluminium fügt sich zurückhaltend in die helle Fassade ein.
Lichtdurchflutete Hallen, das Tor gleitet unter das Dach und gibt freie Fahrt.

An das Hauptgebäude schließen die Fahrzeughallen an mit 32 Stellflächen für Feuerwehr- und weiteren fünf Plätzen für Rettungsfahrzeuge. Um im Notfall das schnelle Ausrücken zu garantieren, wurden extrem robuste „kraftbetätigte Sectional­tore“ (Teckentrup Industrietore „SL“) eingesetzt. Ihre durch­schnittliche Öffnungsgeschwindigkeit beträgt 0,25 Meter pro Sekunde – so fordert es die Norm. Gesteuert werden sie über die Einsatzzentrale – entweder von den Diensthabenden oder über eine Alarmkopplung. Ebenso lassen sich die Tore direkt in der Halle öffnen – dafür ist jedes Tor mit einem Steuerkasten ausgestattet. Sollte der Strom ausfallen, würden die Tore über eine Schnellentriegelung vom Antrieb getrennt und dann per Muskelkraft mit einer Kette nach oben gezogen.

Auch die Tor-Größe spielt eine Rolle. Die DIN 14092 – 1 „Feu­erwehrhäuser – Teil 1: Planungsgrundlagen“ (neu erschienen im April 2012) schreibt Mindestgrößen für Höhe und Durch­fahrtsbreite in Abhängigkeit der Fahrzeug- bzw. Stellplatz­größen vor. Danach ist eine Durchfahrtsbreite von 3,60 Meter und eine Durchfahrtshöhe bis zu 4,50 Meter einzuhalten, bei der Stellplatzgröße 4 gilt ein Zuschlag von 0,50 Metern auf jeder Seite und 0,20 Metern Höhe zum Sonderfahrzeug. In Lünen sind alle Tore im Maß 3,85 x 4,50 Meter eingebaut – damit er­füllt prinzipiell jeder Stellplatz die Vorgaben für die Stellplatz­größe 3.
Durch die großzügige Verglasung der Tore fällt viel Tageslicht in die Hallen. Das spart elektrisches Licht, ist angenehm für die Augen und lässt den Innenraum größer wirken. Die Aluminium-Konstruktion (pulverbeschichtet im Farbton RAL 9007) und die kratzfeste Verglasung machen die Tore zudem sehr robust und pflegeleicht. Zehn Tore sind mit einer Schlupftür ausgestattet. Sie gewähren den bequemen Zugang in die Hallen auch bei geschlossenen Toren.

Die Einbaubedingungen in den Hallen waren ideal, denn diese boten ausreichenden Platz für den Einbau mit Normalbeschlag und nur in einigen Fällen wurde die senkrechte Laufschiene höher geführt. Auch Konstruktionen wie Niedrigsturz oder Dachfolge sind mit diesem Tor möglich, waren hier aber nicht erforderlich. Somit erfolgte der Einbau rationell in den Montage-Schritten Zarge – seitliche Laufschiene – Deckenabhängung – Federwelle – Sectionen – Seilzüge verlegen und aufwickeln – Federn spannen. Nach einem Testlauf wurde abschließend die Endlage justiert. Als Zeitgewinn bewährte sich der hohe Vorfertigungsgrade der Tore. Beispielsweise ersparten die steckfertig gelieferten Antriebe sonst übliche Elektro-Arbeiten.

 

Eine Feuerwehr in grün

Farbe zur Orientierung: Unterschiedlich Farbtöne der Stahltüren unterstreichen die Gliederung des Feuerwehr-Komplexes. Freie Sicht in Einsatzrichtung: Die Tür zur Fahrzeughalle ist verglast, um den Blick in die Öffnungsrichtung der Tür frei zu geben – und dass in einer Feuerwache kein Feuerlöscher fehlen darf, versteht sich von selbst.

Rot – eine andere Farbe fällt wohl niemandem als erstes beim Stichwort „Feuerwehr“ ein. Auch in Lünen sind viele rote Flächen zu finden, wie die Türen in der Hauptwache. Für die weiteren Funktionsbereiche entschieden sich die Bauherren­vertreter der Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) in Abstimmung mit der Feuerwehr allerdings für andere Farbtöne wie grün. So unterstützt der Farbcode die Gliederung der Gesamtanlage. Die robusten Feuerschutztüren sind zudem in den wichtigen Durchgängen mit großen Fensterelementen ausgestattet – damit auch im Laufschritt keine Tür aufgestoßen wird, wenn jemand dahinter steht.

 

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